Logopsychosomatics
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Atemwege - Podcast
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01 Die Allmacht des Atems
Aus dem Buch «Atemwege – Wege zur Atemarbeit» von Leo Nauer
Die Allmacht des Atems – Das Geheimnis von Geist, Körper und Leben
Tauche ein in das faszinierende Geschehen, das das ganze Geheimnis des Lebens in sich birgt: die Atmung. Die Atmung ist nicht nur eine naturgemäße organische Grundfunktion und der lebenswichtigste Stoffwechselvorgang. Sie ist Atem, eine Kraft, die weit über die rein biologischen Abläufe hinausgeht und alle Dimensionen des menschlichen Daseins – physiologisch, seelisch und geistig – berührt.
Was macht den Atem zum empfindlichsten Seismographen unseres Organismus?
In diesem Podcast entschlüsseln wir die tiefen Zusammenhänge zwischen unserer inneren Verfassung und unserem Atemgeschehen:
• Der Spiegel der Seele: Die Atmung passt sich jeder Aktivität unseres Organismus an und liefert die notwendige Energieversorgung. Wir erfahren, dass jeder affektive Reiz, jedes Gefühl und jeder Gedanke den individuellen Atemrhythmus und die Atmung beeinflusst. Angst beispielsweise kann zu einem verkrampfenden Zusammenziehen des Zwerchfells führen – ein Gefühl, das sich auch im lateinischen Wort angustia (Enge) ausdrückt.
• Physiologie und Wohlbefinden: Wir betrachten die fünf physiologischen Vorgänge der Atmung, von der mechanischen Wechselwirkung mit den Organen über die kreislaufdynamische Verbindung zur Herztätigkeit bis hin zum zentral-nervösen Einfluss auf Großhirnleistungen und Bewusstseinsvorgänge. Eine eingeschränkte, flache Atmung kann zu ungenügender Sauerstoffversorgung der Zellen führen und Organfunktionen beeinträchtigen, was Beschwerden wie das Erschöpfungssyndrom (Burn-out) begünstigt.
• Die Macht der Muster: Entdecke die verschiedenen Atemmuster, darunter die Brustatmung (oft mit Stress und Anspannung verbunden), die Bauchatmung (tiefer und ruhiger, stärkt Organfunktionen und Kreislauf) und die Vollatmung, die als effizienteste Form Becken-, Bauch- und Brustraum harmonisch miteinander verbindet.
Der Dreiklang des Lebens:
Der Atem besteht aus der Einatmung (symbolisiert Bereitschaft, Annahme und die Aufnahme kosmischer Kräfte), der Ausatmung (steht für Loslösung, Abgabe und schöpferisches Wirken), und der oft unbeachteten Atempause. Die Atempause ist die Ruhezeit, ein Moment des Innehaltens und der Sammlung der Kräfte.
Der bewusste Atem ist ein Schlüssel zur Selbstwerdung:
Durch die Bewusstwerdung der physiologischen Atmung erschließt sich die persönliche Erfahrung der Veränderbarkeit und Anpassungsfähigkeit des Atmens. Der Atem ist das Medium, um unsere Teilhabe an der Schöpfung bewusst zu erleben und fördert die Entwicklung unserer schöpferischen Begabungen. Ein ausgeglichener Atem wirkt stärkend auf das Nervensystem und gleicht die Funktion des sympathischen und parasympathischen Systems aus.
Lerne, wie du durch achtsames Einlassen auf das ganzheitliche Atemgeschehen das innewohnende Bewirkende freisetzen kannst, um dein Leben aus der inneren Ordnung zu gestalten.
02 Atem, Odem, Logos
Aus dem Buch «Atemwege – Wege zur Atemarbeit» von Leo Nauer
Atem, Odem, Logos – Die Dreieinheit des Seins
Willkommen zu einer tiefen inneren Reise, die das Geheimnis des Menschseins im Rhythmus des Atems entschlüsselt.
Der Atem ist mehr als ein physiologischer Vorgang: Er ist die Brücke, die Logos, Körper, Seele und Geist untrennbar miteinander verbindet. Die Quelle beleuchtet den Atem als eine Dreieinheit: das Einatmen der kosmischen Kraft, das Ausatmen ins Innere und das Zulassen des Odems.
Dieser Podcast lädt Sie ein, die drei Dimensionen des Seins zu erkunden:
Der ATEM – Die Lebensspanne und Polarität
Der Atem erschließt die Kraft, die wir für das Bestehen im irdischen, endlichen Dasein benötigen, und ist das verbindende Geschehen zwischen Geburt und Tod. Er offenbart die menschliche Grunderfahrung der Polarität – zwischen Geben und Nehmen, Sein und Tun – und führt uns durch den Rhythmus von Anspannung (Einatmen) und Entspannung (Ausatmen). Bewusstes Atmen ist die Grundlage für die notwendige Beweglichkeit auf dem Lebensweg und kreative Lebendigkeit im Alltag. Es erlaubt uns, tief liegende Gedanken und Gefühle bewusst werden zu lassen, um sie fruchtbar zu machen.
Der ODEM – Die göttliche Dynamik
Der Odem wird im dichterischen und religiösen Sinne für den Atem verwendet und bezeichnet den Lebensgeist oder den göttlichen Atem im Menschen. Im Unterschied zum rein biologischen Atem ist der Odem eine den Tod überdauernde Seinskraft. Er ist das immanente Göttliche, Schöpferische oder Evolutive selbst. Wenn wir den Odem zulassen, kann unsere wahre Person gestärkt werden, und die Begabungen, die wir sind, können zum Strahlen kommen. Der Odem weist auf die Zeitlosigkeit und Unbegrenztheit des Geistigen Prinzips im Menschen hin und verkörpert die große Schöpfungsordnung.
- Der LOGOS – Das schöpferische Prinzip
Am Anfang aller Dinge stand der Ausatem des göttlich-schöpferischen Geistes, der den Logos – das Wort – begründet hat. Der Logos wird als der göttliche Kern und das immanente Prinzip im kosmischen Werden verstanden. Er ist wie der Atem ein Einendes und Verbindendes der Schöpfungswirklichkeit. Der Logos drängt als geistige, erfahrbare Realität zur Materialisation, Transformation und Transzendenz. Im Logos ist die Manifestation des Schöpfungsgedankens wirksam.
Worum es in diesem Podcast geht:
Es geht darum, durch das achtsame Üben am, mit dem und durch den Atem die eigene Atemwirklichkeit zu pflegen. Dieses Üben ermöglicht die Vertiefung der Selbsterkenntnis und die Weitung des geistigen Erkennens. Ziel ist es, aus der Polarität in die Einheit zusammenzufinden und Heilwerdung durch die Ganzwerdung zu erfahren, welche sich durch das Zusammenwirken von fassbaren und unfassbaren Wirklichkeiten am Atem offenbart. Der Mensch kann sich dadurch in seinen Lebensdimensionen zu seinem Original hin herausbilden, um sein „Eigen-Es“ und „Einzig-Artiges“ zu entwickeln und zu gestalten.
Entdecken Sie, wie Sie durch das Erschließen des Odems und das Wirken des Logos Ihre wahre Aufgabe im Schöpfungsplan zum Ausdruck bringen können.
03 Der universale Atem – Sprache, Kultur, Geist
Aus dem Buch «Atemwege – Wege zur Atemarbeit» von Leo Nauer
Atem – Das Geheimnis zwischen Geist und Materie
Entdecken Sie die vielschichtige Bedeutung des Atems, der weit über einen rein physiologischen Vorgang hinausgeht.
Der Begriff „Atem“ ist nicht einfach zu fassen, denn er ist nicht nur ein Gegenstandswort, sondern besitzt einen metaphysischen Bezug, der ihm zusätzlich einen philosophischen Inhalt gibt. Der Atem gehört nicht zu uns, noch gehört er uns. Der Atem ist nicht in uns, sondern wir sind im Atem. Er birgt letztlich immer ein Geheimnis in sich.
In dieser Folge tauchen wir in die Sprach-, Kultur- und Geistesgeschichte des Atems ein und beleuchten seine zentrale Rolle für körperliche, seelische, geistige und spirituelle Werte.
Was Sie erwartet:
• Die Einheit von Geist und Körper: Erfahren Sie, wie der Atem in Überlieferungen alter Kulturen immer wieder in Verbindung mit dem Leben, der Lebenskraft und der Welterschaffung auftritt. Er gilt als Schloss und Schlüssel zur Lebendigkeit und geistigen Erkenntnis zugleich.
• Kulturelle und religiöse Dimensionen: Wir folgen den Spuren des Atems durch verschiedene Weltanschauungen:
◦ Im Altindischen wird die Kraft, die eingeatmet wird, Prana genannt. Das Zentralwort Atma bedeutet Hauch, Seele, Selbst und ist identisch mit Brahman, dem absoluten Bewusstsein.
◦ In taoistischen Praktiken wird die Atemenergie als Chi bezeichnet, die zur Aufrechterhaltung unserer körperlichen und geistigen Funktionen dient.
◦ Im Buddhismus ist die Achtsamkeit auf den Atem ein Weg zur Erlangung der Erleuchtung, da der Atem das Wundermittel ist, mit dem das Bewusstsein gesammelt werden kann.
◦ Wir betrachten die ägyptischen Gottheiten wie Amun und Schu (Gott der Luft und des Lebens) und erfahren, dass das Ankh-Zeichen den Lebensatem symbolisiert.
◦ Die hebräischen Begriffe ruach (Atem, Geist, Sinn) und nöfäs (Atem, Seele) verbinden das Geteilte und bilden eine Dreiheit mit neschamah.
◦ Im Christentum war das Wissen um diesen tiefen Zusammenhang ursprünglich lebendig, wo Begriffe wie das griechische pneuma (Hauch, Geist, Heiliger Geist) und psyche (Atem, Seele) die enge Verbindung aufzeigten.
• Die Spaltung in der Moderne: Wir diskutieren, wie im Abendland das seelisch-geistige zunehmend vom Körperlichen getrennt wurde, was zum Verlust der Vorstellung vom geistigen Wesen des Atems führte. Heute stehen sich oft eine geistige und eine körperliche Welt getrennt gegenüber.
• Atem als Kosmisches Prinzip: Der Atem manifestiert sich im kosmischen Kontext, etwa in den Schöpfungslehren der Navajo (heiliger Wind Nileh’i), den Azteken (Gott Ehecatl), oder in der Vorstellung des Schöpfungszyklus als einem großen Ausatem und Einatem Brahmans. Er ist das schöpferische Ordnungsprinzip.
• Sprachliche Reflexion: Die etymologischen Zusammenhänge zeigen, dass Atem unter anderem Seele, Selbst, Hauch und Geist bedeutet. Erfahren Sie, wie die Bedeutungsvielfalt in deutschen Redewendungen wie „in einem Atemzug“ oder in Euphemismen wie „den letzten Atem aushauchen“ (sterben) weiterlebt. Der Atem ist das Phänomen, das zwischen der materiellen und der geistigen Ebene steht und den Menschen in das größere Ganze integriert.
04 Atmosphäre, Luft und Atem
Aus dem Buch «Atemwege – Wege zur Atemarbeit» von Leo Nauer
Atmosphäre, Luft und Atem – Wesen und Bedeutung
Tauchen Sie ein in das unsichtbare Element, das alles Leben trägt.
Dieser Podcast beleuchtet die vielschichtige Realität von Atmosphäre, Luft und Atem, basierend auf historischen, wissenschaftlichen und philosophischen Erkenntnissen.
Wir klären zunächst die Grundlagen: Während die Atmosphäre die gasförmige Hülle eines Himmelskörpers bezeichnet und im übertragenen Sinn auch als Stimmung oder Fluidum gilt, handelt es sich bei der Luft um die chemische Substanz dieser Hülle.
Erfahren Sie Erstaunliches über die physische Präsenz der Luft: Obwohl wir sie nicht spüren, übt die Atmosphäre aufgrund der Erdanziehung einen Druck aus, der sich auf den menschlichen Körper auf etwa 15 bis 20 Tonnen beläuft. Dieser Druck entspricht pro Quadratzentimeter einem Gewicht von einem Kilogramm. Die Chemie des Lebens und ihre Paradoxien
Wir analysieren die Hauptbestandteile der Luft, die lange als ein einheitlicher Stoff angesehen wurde, bis Ende des 18. Jahrhunderts Stickstoff und Sauerstoff entdeckt wurden. Die natürliche Luft setzt sich im trockenen Zustand hauptsächlich aus Stickstoff (78,07 %) und Sauerstoff (20,96 %) zusammen.
• Sauerstoff: Entdecken Sie, wie dieses Element der Träger des vitalen Lebens ist und 90 % unserer Lebensenergie bereitstellt. Er ist das häufigste Element in der Erdkruste. Wir zeigen auf, dass erst das Leben der Pflanzen durch die Photosynthese die heutige Sauerstoffkonzentration ermöglichte. Gleichzeitig beleuchten wir die kritische Kehrseite: Sauerstoff kann als freies Radikal auftreten und ist mitverantwortlich für das Altern und die Zersetzung der Zellen.
• Stickstoff: Erfahren Sie, warum Stickstoff, der unverändert wieder ausgeatmet wird, unverzichtbar ist: Er dosiert den Sauerstoff und schützt uns vor dem Verbrennen durch dessen Intensität. Aus anthroposophischer Sicht fungiert er als Träger von Bewegung und Rhythmus sowie als Träger einer seelischen Wirklichkeit.
• Kohlenstoffdioxid: Wir erklären den lebenswichtigen Kohlenstoffdioxid-Kreislauf, der den großen Atemrhythmus der Erde reguliert. Dabei spielen Gewässer eine entscheidende Rolle, indem sie als Reservoire für CO2 dienen und dieses je nach Jahreszeit abgeben oder aufsaugen.
Die Luft als Träger von Gefühl und Kosmos
Der Podcast geht über die Chemie hinaus und betrachtet die Luft als seelentragende Substanz.
• Wir beleuchten die philosophische und metaphorische Bedeutung der Luft: Sie dient als Träger von Informationen und ihre Vibrationen von Verdichtung und Verdünnung ermöglichen die Klangwelt.
• Die Luftbewegungen sind in den Rhythmus von Tag und Nacht sowie den Jahreszeiten eingebunden und können als Atem der Kontinente bezeichnet werden. Die Auf- und Abstiegsbewegungen der Luft verbinden Erde, Landschaften und Wasserflächen zu einem großen Organismus.
• Die Wirklichkeit des Atems: Jeder Atemzug ist ein einmaliges Ereignis, das zugleich ein Allein-Sein und ein Gemeinsam-Sein ermöglicht. Durch die Atemluft nehmen wir einen Teil des Anderen in uns auf, wodurch die Luft das Wir schafft – die Basis für ein tieferes Weltenverständnis und Mitmenschlichkeit.
• Auch die Fülle von Redewendungen, wie “Luftschlösser erbauen” oder “die Sache hängt in der Luft”, zeugt von der tiefen Verankerung dieses Elements in unserem Denken.
Schließlich thematisieren wir die Herausforderungen: Die Luft, dieses essentielle Lebensmittel der Menschen, wird durch menschliche Tätigkeiten erheblich und andauernd belastet durch Schadstoffe wie Schwefeldioxid und Stickoxide, was sich schädlich auf Menschen, Tiere und Pflanzen auswirken kann.
05 Lebenskraft, Energieprinzipien und Atem
Aus dem Buch «Atemwege – Wege zur Atemarbeit» von Leo Nauer
Lebenskraft, Energieprinzipien und die Macht des Atems
Tauchen Sie ein in eine tiefgründige Erforschung der Lebenskraft (lat. vis vitalis) – jener nichtmateriellen, seelischen oder geistigen Kraft, die als Urkraft allen lebendigen Seins gilt. Die wissenschaftlich auch als Lebensenergie bezeichnete Kraft ist ein elektromagnetisches Phänomen, das unseren Körper durchfliesst und die drei Existenzebenen Körper, Seele und Geist miteinander verbindet und belebt.
Der Atem als Quelle der Energie:
Erfahren Sie, wie der Mensch die unsichtbare Lebensenergie primär mit dem Atem aufnimmt und wie die Bewusstwerdung der Atmung eine grundlegende Möglichkeit des Erlebens dieser Lebensenergie darstellt. Diese Energie erhält nicht nur die körperliche Gesundheit, sondern ermöglicht auch seelisches und geistiges Wohlbefinden und ist die tragende Kraft für Kreativität, Initiative und Lebensfreude. Wir beleuchten, wie Energiemanifestationen oft im Volksmund verwendet werden, um Zustände zu beschreiben (“voller Energie”), und wie Therapeuten Energie fliessen lassen oder übertragen, um Blockaden zu lösen.
Kulturelle und philosophische Konzepte der Urenergie:
Die Annahme einer universellen, alles durchdringenden Kraft, die alle Lebewesen erhält und oft mit dem Gottesbegriff verwandt ist, zieht sich durch viele Kulturen. Lernen Sie die vielfältigen Bezeichnungen dieser Kraft kennen:
• Prana (Indien): Die indische Bezeichnung für die Lebenskraft, die Summe aller Energien im Kosmos, die sich primär im Atem manifestiert.
• Chi (China): Die grundlegende Naturkraft und Lebensenergie, etymologisch mit Dampf und Rauch verwandt, präsent, aber schwer zu greifen.
• Ka (Altes Ägypten), Ki (Japan), Cheim (Antike Juden), Huna (ozeanische Kulturen).
• Baraka (Sufi-Begriff): Die lebendige Essenz oder Segenskraft im islamischen Glauben
• Odem (biblisch/poetisch): Der Lebensodem, der vom Allmächtigen gespendet wurde und sinnbildlich für den lebendigen Menschen steht – das Band zum Göttlichen.
• Pneuma (Griechisch): Die materiell gedachte Lebenskraft, die Atem und Puls reguliert, im Neuen Testament als rein geistige Auffassung (Heiliger Geist).
• Dao (Daoismus): Das ewige Wirk- oder Schöpfungsprinzip, der Ursprung von Yin und Yang.
• Christuskraft: Das dem Menschen innewohnende Evolutionsprinzip, das zur Erkenntnis der göttlichen Herkunft führt.
Energiezentren und Spiral-Dynamik:
Wir thematisieren die Kraftzentren und -bahnen im Körper, die Ansatzpunkte für therapeutische Interventionen sein können:
• Die Chakren (sanskr. Rad): Energiezentren entlang der Wirbelsäule, die kosmische Energien transformieren.
• Hara (Japan)/Tan-Tien (Tai-Chi): Das geistige und seelische Zentrum in der Körpermitte, das Sammlung und innere Kraft verleiht.
• Meridiane und Nadis: Die Kanäle in der chinesischen bzw. indischen Medizin, durch die die Energie strömt und deren freier Fluss für die Gesundheit notwendig ist.
• Die Kundalini-Kraft: Die schlafende evolutionäre Kraft, deren Erwachen zu existenziellen Fragen und spiritueller Suche antreibt.
Erfahren Sie ausserdem, wie die Spiral-Dynamik die geordnete Bewegungsveränderung und das Wachstum symbolisiert, wobei die sich öffnende Kreisbewegung des Atems die ständige Vertiefung und Veränderung unseres Rhythmus widerspiegelt. Der Atem ist niemals geschlossen, sondern passt sich ständig an die Impulse des Daseins an.
Wir betrachten die Zusammenhänge zwischen Denkvorgängen, Gefühlen, Bewegungen und energetischen Abläufen. Denn eine starke Lebenskraft, die durch einen sich selbst regulierenden Atem erschlossen wird, ist ausschlaggebend für Schöpfergeist, Kreativität und die Fähigkeit, Lebenskrisen zu überwinden.
06 Rhythmus und Atem
Aus dem Buch «Atemwege – Wege zur Atemarbeit» von Leo Nauer
Rhythmus und Atem – Kosmische und Menschliche Resonanz
Tauchen Sie ein in die tiefgreifende Welt des Rhythmus und des Atems, die untrennbar mit unserem Sein verwoben sind. Dieser Podcast untersucht, wie Rhythmus – von Platon als die Ordnung in der Bewegung definiert – unsere Existenz formt, von den kleinsten Zellen bis hin zu den größten kosmischen Zyklen.
Was Sie erwartet:
Die Polarität des Lebens: Wir beleuchten den Atemrhythmus, der als Auf und Ab einer einzigen Bewegung Leben und Tod erfährt. Er besteht aus drei fundamentalen Phasen: der Einatmung (Spannungsaufbau), der Ausatmung (Spannungsabbau) und der Atempause. Vernachlässigt man einen dieser Pole, resultiert dies in Disharmonie und Unausgewogenheit. Lama Anagarika Govinda beschreibt diesen dreifachen Rhythmus als Nehmend, gebend, selbstversunken: Einatmend nehme ich die Welt in mir auf, Ausatmend gebe der Welt ich mich hin, Leergeworden leb’ ich mich selbst.
Der Atem als Spiegel der Individualität: Der Atemrhythmus drückt die Daseins-Weise des Menschen aus. Er ist so individuell wie unsere leibliche Erscheinung und spiegelt gleichzeitig Befund und Befinden wider – von Kontaktbereitschaft und momentaner Befindlichkeit bis hin zu den Auswirkungen von Stress und Überforderung. Seine Erscheinungsformen sind vielfältig: Er kann gehetzt oder ruhig, freudig oder ängstlich festgehalten wirken. Der gestaltende Rhythmus des Atems ordnet dabei Geist und Körper.
Die Resonanz des Kosmos: Wir erkennen, dass Rhythmus in uns immanent ist, da der Mensch Teil des Kosmos ist. Der menschliche Atemrhythmus steht im Einklang mit dem größten uns bekannten kosmischen Rhythmus, dem Platonischen Jahr von etwa 25.920 Jahren. Mit etwa 18 Atemzügen pro Minute vollzieht der Mensch pro Tag ungefähr 25.920 Atemzüge. Das durchschnittliche Menschenleben (etwa 72 Jahre) wird so zu einem Atemzug des Kosmos.
Schwingung und Harmonie: Es wird der Zusammenhang zwischen Atem und Schwingung untersucht. Jedes Atom und Molekül besitzt eine charakteristische Frequenz. Gedanken und Gefühle können als komplexe Schwingungsmuster verstanden werden, die durch den Atem gestaltet werden. Schon Pythagoras war überzeugt, dass alles, was existiert, letztlich eine Schwingung ist. Wenn alle unsere Rhythmen und Schwingungen synchronisieren, kann Bewegung zur bewegten Ruhe und sogar zur transzendierenden mystischen Erfahrung werden. Disharmonien äußern sich hingegen als Unwohlsein und Verstimmung.
Rhythmus im Alltag und die heilende Pause: Das heutige hektische Leben ist oft “rhythmuszehrend”, was dazu führt, dass der Mensch ausser Atem gerät und sich erschöpft. Der Schlüssel zur Wiederfindung des Gleichgewichts liegt in der bewussten Gestaltung und Pflege von Pausen, Ruhe und Stille. Das Empfinden des Eigenrhythmus stärkt die Zentrierung im entrhythmisierten Alltag. Wenn wir zum Atem zurückfinden, sind wir am Ausgangspunkt aller menschlichen Möglichkeiten.
Erfahren Sie, wie Sie durch die Arbeit am, mit dem und durch den Atem wieder in Ihren ureigensten Rhythmus gelangen und die rhythmischen Regeln Ihres Organismus erkennen können.
07 Das Neugeborene, das Saugen und der Atem
Aus dem Buch «Atemwege – Wege zur Atemarbeit» von Leo Nauer
Atem, Saugen und Berührung: Die elementare Welt des Neugeborenen
Tauchen Sie ein in die tiefgreifenden Prozesse der ersten Lebensmomente. Diese Episode beleuchtet, wie das Neugeborene den lebenswichtigen Übergang von der Versorgung über den Mutterkuchen zur selbständigen Atmung meistert. Der erste Atemzug erfordert immense Kraft, vergleichbar mit dem Aufblasen einer Kaugummiblase, wobei eine spezielle Substanz (Surfactant) die Lungenbläschen offen hält. Wir erklären die Herausforderungen der Lungenentfaltung und die typischen Anzeichen von Atemnot, wie das charakteristische Stöhnen, mit dem das Kind versucht, seine Atemprobleme selbst zu lösen und einen Gegendruck aufrechtzuerhalten.
Darüber hinaus erfahren Sie, dass Berührung und Saugen elementare Voraussetzungen für die Gestaltung des Atems und die Entwicklung von Körper- und Welterfahrung sind. Das Stillen dient dem Säugling nicht nur zur Nahrungsaufnahme, sondern ist ein umfassender Lebensprozess und Ausdruck des grundmenschlichen Bedürfnisses nach Nähe und Geborgenheit.
Die Qualität früher Saugerlebnisse ist entscheidend: Nur wenn diese emotional und nahrungsmäßig befriedigend sind, kann sich tiefes Atmen zur selbstverständlichen Verinnerlichung entwickeln. Bei gestörtem Saugen hingegen kann die Atmung zur mechanischen Funktion verkommen. Ungenügende Saugbewegungen können zudem Mundmuskeln schwächen und zu passiver, flacher Mundatmung führen, welche die Funktionen von Schlucken und Sprechen beeinträchtigt.
Wir beleuchten die Bedeutung des Atemrhythmus: Dieser beginnt von Natur aus mit der Ausatmung — dem ersten Schrei, durch den sich der Säugling verkörpert. Mit dem selbstständigen Atmen beginnt nicht nur die erste unabhängige Tätigkeit des Menschen, sondern auch der Prozess der Distanzierung von der Mutter und die Verbindung zur Mitwelt. Dabei spielt die Atempause eine besondere Rolle: Das kurze Innehalten zwischen den Zügen kann als Anlage in der Atmung entdeckt werden und schafft einen Augenblick des Bewusstseins. Erfahren Sie, wie der empathische saugende Atem auf einer entspannten Mundhöhle und einem kräftig stimulierten Zwerchfell basiert, und wie die Aufnahme des Kindes durch die Mitwelt die Intensität seiner Bezogenheit prägt und seine Begabungen kreativ zu entwickeln hilft.
08 Aufrechter Gang, Stimme, Sprache und Atem
Aus dem Buch «Atemwege – Wege zur Atemarbeit» von Leo Nauer
Atem, Stimme, Sprache und Aufrechter Gang – Das Tor zum menschlichen Wesen
Der Mensch unterscheidet sich grundlegend vom Tier durch die Lautsprache und den aufrechten Gang. Diese fundamentalen Fähigkeiten sind eng mit dem Seelenleben (Denken, Fühlen und Wollen) verbunden. In all diesen Ausdrucksweisen ist der Atem eingewoben und erfüllt eine Schlüsselfunktion.
In diesem Podcast erforschen wir die tiefgreifende Wechselbeziehung dieser menschlichen Grundpfeiler:
I. Stimme und Sprache: Schwingung und Schöpfung
Die artikulierte Lautsprache ist nur durch die aufrechte Haltung und die Ausgestaltung der Wirbelsäule möglich, welche die Sprachorgane von ihrer erdbezogenen Haltung befreite. Sprache ist mehr als nur eine Weiterentwicklung tierischer Laute; sie ist eine Gabe aus höheren Welten und Ausdruck des in der Welt wirksamen Schöpfungsprinzips.
• Der Atem als Schöpfer: Das Sprechen mit der Stimme ist eine Kreation des Atems, die sich auf einer höheren Entwicklungsebene manifestiert. Worte sind komplexe Schwingungsmuster, die durch den Atem geformt werden, und verbinden physikalische Klangschwingungen mit geistigem Inhalt.
• Stimme als Spiegel: Atem und Stimme gelten als das Tor zum Wesen des Menschen und sind Ausdruck seiner Eigenheit, Harmonie und Disharmonie. Der Ton der Stimme prägt die Stimmung und schafft die zwischenmenschliche Atmosphäre.
• Die Kraft der Laute: Wir beleuchten die ganzheitliche Wirksamkeit von Vokalen und Konsonanten. Vokale sind die Träger des Klanges und bringen unmittelbar das Gefühl zum Ausdruck. Zum Beispiel wirkt der Vokal «A» öffnend und löst innere Verspannungen, während der Vokal «O» warm und voll klingt, die Rumpfmitte umkreist und im Zentrum der Brust erklingt. Vokal- und Konsonantenarbeit erzeugt Vibrationen, die sich durch physikalische Resonanz auf Organe und Energiezentren des Körpers auswirken, wobei der Atem als Medium dient.
II. Aufrechter Gang und Haltung: Aufrichtigkeit und Gleichgewicht
Der aufrechte Gang, das herausragendste Kennzeichen des Menschen, gibt ihm seine leibhafte Gestalt und seinen sozialen Platz. Die Aufrichtung wird wie die Sprache vom Atem getragen; es ist der Atem, der den Menschen aufrichtet.
• Der Körper als Instrument: Alle Atemmuskeln, mit Ausnahme des Zwerchfells, sind auch Körperhaltemuskeln. Eine bewegliche Wirbelsäule ist nicht nur Trägerin grobmotorischer Bewegungen, sondern auch feinmotorischer Bewegungen der Gefühle.
• Die Atemwelle: Bei freiem Atem kann die Wirbelsäule im Atemrhythmus schwingen, was zu einer Atemwelle führt, die vom Scheitel bis zur Sohle schwingt. Eine eingeschränkte Atmung hingegen führt zur Versteifung der Wirbelsäule und damit zu eingeschränkter Bewegungsfähigkeit.
• Haltung und Wahrheit: Die Haltung ist immer eine Erwiderung auf das vom Leben Zugelassene und Ausdruck menschlichen Wirkens. Die aufrichtige oder unaufrichtige Haltung drückt das körperliche wie auch das seelische Gleichgewicht oder Ungleichgewicht aus. Haltung, Aufrichtung und Aufrichtigkeit meinen den ganzen Menschen in seiner körperlichen Haltung, seelischen Aufrichtung und geistigen Aufrichtigkeit.
III. Die therapeutische Dimension
Wenn der Atem nicht mehr wahrgenommen wird und der innere Dialog abbricht, können körperliche und seelische Disharmonien entstehen. Der Podcast beleuchtet, wie die therapeutische Sprachgestaltung durch den bewussten Umgang mit den Sprachelementen (Atem-, Sprach-, Bewegungs- und Gebärdeübungen) rückwirkend physiologische und seelische Gestaltprozesse anregt.
• Durch die Arbeit am, mit dem und durch den Atem wird versucht, Verspannungen abzubauen und die Fähigkeit zur Selbstwahrnehmung zu erweitern, um die Stimme von Einengungen zu befreien.
• Haltung wird nicht nach einer äußeren Vorstellung gemacht, sondern aus der inneren Stimmigkeit heraus entwickelt.
• Der Atem ist die verbindende Kraft, die Urbewegung und das unmittelbare Leben, und dient als Medium im schöpferischen Geschehen der Menschwerdung.
Tauchen Sie ein in die untrennbare Einheit von Leib (Gesamtheit der Persönlichkeit mit geistigen und seelischen Dimensionen) und Atem, um Ihre innere Stimme zu hören und zu gehorchen.
09 Denken, Gefühle und Atem
Aus dem Buch «Atemwege – Wege zur Atemarbeit» von Leo Nauer
Wir beleuchten die tiefe und untrennbare Verbindung zwischen Atem, Denken und Gefühl und wie diese Einheit die menschliche Wirklichkeit beeinflusst.
I. Die Einheit von Atem, Denken und Gefühl
• Der Spiegel des Geistes: Der Atem spiegelt den Geist wider. Ist der Atem gleichmäßig, ist der Geist still; ist der Atem unstet, zittert der Geist wie Blätter im Wind.
• Historische Sichtweise: In der griechischen Antike zur Zeit Homers bedeutete Atem (Pneuma) primär Bewusstsein und umfasste Denken, Fühlen, Wahrnehmen sowie die Vorbereitung zum Handeln. Das Denken war unmittelbar mit dem Vorgang des Atmens verbunden.
• Atem als Brücke: Trotz der dualistischen Trennung des Menschen in Körper und Geist, die in naturwissenschaftlichen und esoterischen Atemlehren fortbesteht, scheint der Atem die Brücke zwischen dem Körperlichen und dem Seelisch-Geistigen zu sein. Diese Mittlerrolle begründet seine Fähigkeit, körperliche, seelische und geistige Funktionen zu beeinflussen.
• Schlüssel zum Verständnis: Der Atem kann als Schlüssel zum Verständnis der physiologischen Bedingungen von Denken und Fühlen sowie deren krank- und gesundmachenden Wirkungen angesehen werden.
II. Denken und Atem
Das Denken ist direkt mit dem Atem verbunden und kann nicht von ihm gelöst werden.
• Physiologie der Sprache und des Denkens: Voraussetzung für begriffliches Denken sind Vokale und Konsonanten, die durch die Modulation des Atems im Zwerchfell-Kehlkopf-Rachen-Bereich gebildet werden. Der gesamte Brust- und Bauchraum ist für die Bildung von Lauten bedeutsam.
• Denken als inneres Sprechen: Platon bezeichnete Denken als permanentes Selbstgespräch der Seele oder des Geistes mit sich selbst (inneres Sprechen). Bei diesem inneren Sprechen entstehen filigrane Schwingungen im Kehlkopf oder Mikrobewegungen in der Zunge.
• Ganzheitlicher Vorgang: Denken ist ein ganzheitlicher Vorgang von Körper und Seele. Sprache und Denken wirken über feinmotorische Muskeln und feinsensorische Nerven auf die Atmung. Schwere Gedanken machen den Atem schwer; schöne Gedanken erweitern die Lungen.
• Lokalisation: Der denkerische Ort kann nicht mehr nur im Kopf lokalisiert werden, sondern befindet sich im ganzen Körper. Alte Spruchweisheiten verorten den Sitz des Denkens im Zwerchfell (Homer), im Sonnengeflecht (Indien) oder im Herzen (Taoismus), was auf die zentrale Rolle der Atmung und des Zwerchfells hindeutet.
• Gedanken als Kräfte: Gedanken sind Kräfte und haben im Alltag folgerichtige Auswirkungen. Gedanken können sich verdichten, werden zu Worten und entfalten durch das Wort ihre bewirkende Kraft.
III. Gefühle und Atem
Gefühle sind als seelische Qualitäten im Physikalischen verhaftet und schwankend, im Gegensatz zur Empfindung, die eine stabile geistige Qualität darstellt.
• Die Rolle des Herzens: Das Herz ist ein Rhythmusorgan, und Gefühle äußern sich im Herzschlag. Da das Herz unmittelbar in der Nähe des Zwerchfells liegt, wirken Rhythmusveränderungen des Herzens hochsensibel auf den Atemrhythmus ein.
• Wechselseitiger Bezug: Fühlen hat wie das Denken einen wechselseitigen Bezug zu den Atemschwingungen. Jedes Gefühl ist mit einem bestimmten Atemmuster verbunden.
• Unterdrückung von Gefühlen: Die Unterdrückung von Gefühlen wirkt sich direkt auf die Atmung aus. Um ein Gefühl zu unterdrücken, wird ein unbewusster Atemvorgang aktiviert, der den Ausdruck des Gefühls behindert (z. B. das Anspannen der Bauchmuskeln, um Wut zu unterdrücken). Dies kann zur chronischen Reduktion des Energieniveaus, Stoffwechseleinschränkungen und Depression führen.
• Angst und Atemanhalten: Das Anhalten des Atems nach der Einatmung ist ein wichtiges Mittel zur Unterdrückung von Angstgefühlen. Obwohl dieses Atemanhalten kurzfristig schützend sein kann (Energiekonzentration auf ein Ziel), kann es sich als chronische Abwehrhaltung gesundheitsschädigend auswirken.
• Atmosphäre und Resonanz: Die Art und Weise, wie man sich in seinen Gefühlen verhält, schafft eine Atmosphäre und spiegelt sich im Atem wider. Gefühlsansteckung basiert auf dem Gesetz der Resonanz.
• Lebensfreude und Atem: Lebensfreude äußert sich in einem vollen, tiefen und regelmäßigen Atem. Eingeschränkte Atmung verringert das Selbstwertgefühl und die Lebensqualität.
IV. Atemarbeit und Bewusstsein
Der Atem reagiert wie ein Seismograph auf unsere Gedanken und Gefühle; folglich muss der Atem auch einen Einfluss auf Gedanken und Gefühle haben.
• Ziel der Atemarbeit: Durch die Arbeit am, mit dem und durch den Atem wird Achtsamkeit auf die Gedankenkräfte geübt, Gedanken werden geprüft und ihre Inhalte in die Kraft des Atems eingebettet (Gedankenhygiene). Dies fördert das In-Verbindung-Bleiben mit der inneren Ordnung und trägt zur Gesunderhaltung bei.
• Bewusstwerdung: Das Bewusstwerden der eigenen körperlich-seelisch-geistigen Lebenswirklichkeiten ist zentral in der Atemarbeit. Dies stabilisiert Entwicklungsprozesse und führt zu einem Selbst-Bewusstsein, das das Geworden-Sein und das noch Werdende in die individuelle Lebensgeschichte integriert.
• Gelassenheit und Kreativität: Gelassenheit zeigt sich, indem der Atem als selbstverständlicher Teil des Bewusstseins präsent ist und seine Erscheinungen als Hinweise auf die Qualität des aktuellen Denkens oder Fühlens gewertet werden. Das Atemgeschehen ist auch ein gestalterisches, kreatives und schöpferisches Tun, wenn der Mensch aus der Intuition heraus Wesen und Gestalt gibt.
• Empfehlung: Es wird empfohlen, den Atem geschehen zu lassen und bewusstes Atmen zu üben, um in schwierigen Momenten mit heftigen Emotionen umgehen zu können
10 Mediation, Achtsamkeit und Atem
Aus dem Buch «Atemwege – Wege zur Atemarbeit» von Leo Nauer
Meditation, Achtsamkeit und Atem – Wege zur Einheit
Diese thematische Zusammenfassung beleuchtet die tiefgreifenden Wege zur Vereinigung von Körper und Geist und zur Entfaltung einer ganzheitlichen Persönlichkeit, wie sie durch die Praxis der Meditation, der Achtsamkeit und insbesondere der bewussten Atemarbeit ermöglicht werden.
I. Meditation als Lebenshaltung und Einheit
Die Meditation (abgeleitet von lateinisch meditatio, „das Nachdenken über“, und medius, „Mitte“) wird hier als Lebenshaltung und nicht primär als Technik verstanden.
• Gegenwärtigkeit: Meditieren bedeutet, ganz anwesend zu sein, unerschütterlich in Körper und Geist vereint und gänzlich im gegenwärtigen Augenblick zu ruhen. Es ist das Beobachten der eigenen Situation und der Gefühle, ohne darüber zu urteilen.
• Wahre Absicht: Im Gegensatz zu missverständlichen Auslegungen, die Meditation als Methode zur Alltagsbewältigung oder zur Lösung konkreter seelischer Probleme sehen, liegt das mystische Ziel darin, die Seele in ihren Ursprung zurückkehren zu lassen. Ziel ist die Stärkung aus der Erfahrung des immanenten Schöpfungsgedankens und der schöpferischen Einheit.
II. Der Atem als Schlüssel zur Ganzheit
Der Atem ist das wirksamste Meditationsmedium und steht unmittelbar zur Verfügung. Er entfaltet systematisch die gesamte Psyche des Menschen und stellt den Zusammenhang zwischen Bewusstsein und Unbewusstem her.
• Überwindung der Trennung: Atemübungen sind der eigentliche Schlüssel zur Aufhebung der Trennung des Körpers in Materie, Körper, Seele und Geist und zur Wahrnehmung einer umfassenden Einheit.
• Klassische Praxis: Bei der klassischen Atemmeditation begleitet das Bewusstsein den ein- und ausströmenden Atem, ohne einzugreifen oder ihn verändern zu wollen; das Bewusstsein wird zum Beobachter. Dieses Tun im «Nicht-Tun» lässt ein Vertrauen in das Wirken des Atems wachsen.
• Gegenwartsbewusstsein: Die bewusste Lenkung der Aufmerksamkeit auf den Atem wirkt auf das freiflutende Denken, indem sie ihm keine neue Nahrung gibt und somit nicht von Vergangenem oder Zukünftigem ablenkt.
III. Die Praxis der Achtsamkeit (Mindfulness)
Achtsamkeit (Mindfulness) ist wertvoll für eine bejahende Lebensführung. Sie schließt alles ein, was im gegenwärtigen Moment geschieht, ohne dass darüber geurteilt wird.
• Achtsames Atmen: Das achtsame Ein- und Ausatmen ist eine zentrale Praxis der buddhistischen Meditation. Buddha lehrte, dass der Atem eine Brücke herstellen kann, um Körper und Geist wieder zusammenzubringen.
• Die vier Grundlagen der Achtsamkeit (nach Buddha): Durch achtsames Atmen werden diese Grundlagen gepflegt: 1. Achtsamkeit auf den Körper: Den ganzen Atemkörper empfinden und die Körperfunktionen beruhigen. 2. Achtsamkeit auf die Gefühle: Freude und Wonne empfinden und Gemütsregungen beruhigen. 3. Achtsamkeit auf den Geist: Den Geisteszustand empfinden, den Geist erheben, sammeln und befreien. 4. Achtsamkeit auf die Geistobjekte: Die Unbeständigkeit, das Hinschwinden, das Erlöschen und die Abgelöstheit betrachten.
• Achtsamkeit sollte als eine den ganzen Tag durchwirkende Bereitschaft geübt werden, um ein Weg zur Heilwerdung zu werden.
IV. Atem, Meditation und Therapie im Vergleich
Die Arbeit am, mit und durch den Atem geht in Therapie und Meditation ineinander über und wirkt auf die Biologie, Physiologie und Psychologie des Menschen.
• Ziele: Während in der Therapie vor allem ein gutes Funktionieren im Alltag angestrebt wird und lebensgeschichtliche Verletzungen gelindert werden sollen, übt die Meditation eine wertfreie oder vorbehaltslose Haltung gegenüber den Aufgaben des Lebensschicksals.
• Tiefe Ebenen: Rationale, absichtsvolle Therapie erreicht bestimmte tiefere Schichten der Seele nicht; diese werden erst über ein meditatives, kontemplatives Bewusstsein durchwirkt.
• Spirituelle Dimension: Der Atem kann zu einem ganzheitlichen, spirituellen Begriff verstanden werden und zu einem Bewusstsein von Aufgehobensein und Eingebundensein in etwas Größeres führen. Wer mit dieser schöpferischen Kraft arbeitet, steht oft am Beginn eines spirituellen Weges.
V. Traditionelle östliche Atemarbeit (Yoga und Qigong)
Die Sendung würde auch die Ursprünge der Atemarbeit in östlichen Kulturen beleuchten und Vergleiche zur westlichen Atemarbeit ziehen.
Yoga und Pranayama (Indien)
• Prana und Pranayama: Prana ist die Lebensenergie. Pranayama bedeutet die Ausdehnung, Entgrenzung und zugleich das Ordnen und Nicht-Zerstreuen dieser Energie.
• Yoga-Ziel: Die Beruhigung der Gedanken und Sinne, um in Einklang mit sich selbst und zur reinen Schau der Wahrheit zu gelangen – zu erkennen, dass alles im Universum eine Einheit ist.
• Der volle Yogi-Atem vereint die Atmungsformen der drei großen Atemräume: den unteren (Raum der Lebenskraft/Wurzelhaften), den mittleren (Sammelpunkt der Wesenskräfte/Emotionen) und den oberen (Raum der Bewusstseinskräfte/Sinnesorgane).
Qigong und Qi (China)
• Qi-Definition: Qi umfasst Dampf, Wolke, Atem, Nahrung sowie die Kommunikation mit kosmischen Kräften. Der Atem ist der erste Impuls, der das Qi in Bewegung bringt.
• Übungsbereiche: Die chinesische Atemarbeit gliedert sich in innere erhaltende Übungen (entspanntes Sitzen und Denken an einen Gegenstand), innere stärkende Übungen (Aufmerksamkeit auf einen Körperpunkt richten, z. B. durch tiefe Atmung) und äußere Kräftigungsübungen (langsame Bewegungen mit fließendem Atmen).
VI. Synthesis: Gemeinsamkeiten und Unterschiede
• Gemeinsamkeiten: In allen Traditionen findet das Meditationsgeschehen im menschlichen Körper statt. Der Atem wird durch das Werdenlassen erschlossen und nicht in eine Form gezwängt.
• Unterschiede: Östliche Traditionen (Taijiquan, Yoga) führen Bewegungsabläufe nach strengen Vorgaben aus und sind in eine klare Kosmologie (z. B. Yin und Yang oder vedische Weltsicht) eingebettet. Westliche Atemarbeit und Leibpädagogik suchen hingegen über den Atem die Individualität des Menschen und können auch ein individuelles Ziel oder Motiv bestimmen.
11 Anfänge und Entwicklung der Atemarbeit
Aus dem Buch «Atemwege – Wege zur Atemarbeit» von Leo Nauer
Dieser historische Abriss zeichnet die Entwicklung und Bedeutung der Atemarbeit von ihren Ursprüngen in alten Kulturen bis zu modernen therapeutischen Ansätzen nach. Er beleuchtet, wie der Atem in asiatischen und orientalischen Traditionen als Ausdruck der vitalen Lebenskraft wahrgenommen und in religiöse sowie heilende Rituale integriert wurde. Im Laufe der Zeit wurde dieses ursprüngliche Wissen im Westen durch eine mechanistische, naturwissenschaftliche Sicht verdrängt, erfuhr aber durch die Naturheilbewegung und Reformpädagogik des 19. Jahrhunderts eine Wiederbelebung, insbesondere im Kontext von Körperkulturbewegungen und der Behandlung von Krankheiten wie Tuberkulose. Die Pionierinnen der westlichen Atem- und Leibpädagogik, oft in Opposition zu dominanten männlich geprägten, formalistischen Ansätzen, entwickelten Methoden zur Erschließung des individuellen Atemrhythmus als Weg zu seelischem Selbstbewusstsein. Abschließend diskutiert der Text die aktuellen Herausforderungen und zukünftigen Entwicklungen der Atemarbeit, insbesondere die Notwendigkeit, einen integrativen Weg zwischen Selbsterfahrungsweg und wissenschaftlich anerkannter Therapiemethode zu finden, wobei der Atem als Leitlinie zur Aktivierung der Selbstheilungskräfte des Menschen dient.
12 Schulen der Atemarbeit
Aus dem Buch «Atemwege – Wege zur Atemarbeit» von Leo Nauer
Eine umfassende Übersicht über die Entwicklung und Vielfalt der Atemarbeit, deren Ursprünge in Europa um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert liegen. Er beleuchtet die philosophischen und methodischen Grundlagen verschiedener Atemschulen und stellt zentrale Begründerpersönlichkeiten wie Elsa Gindler, Ilse Middendorf und Cornelis Veening sowie deren spezifische Ansätze vor. Ein zentrales Thema ist die gemeinsame Überzeugung aller Schulen von der Einheit von Seele, Geist und Körper und dem ordnenden, gesundheitsfördernden Potenzial des Atems, trotz unterschiedlicher Ausrichtungen, die von der reinen Atempädagogik bis zur tiefenpsychologisch fundierten Atemtherapie reichen. Der Text betont die Notwendigkeit einer klaren Definition und Kategorisierung dieser vielfältigen Methoden anhand von Kriterien wie Menschenbild, Störungskonzept und Praxeologie, um Orientierung in diesem weiten Feld zu schaffen.
13 Cornelis Veenings und seine Atemarbeit
Aus dem Buch «Atemwege – Wege zur Atemarbeit» von Leo Nauer
Der Podcast bietet einen tiefen Einblick in die Atemarbeit des niederländischen Sängers Cornelis Veening (1895–1975), der aufgrund eigener Stimmprobleme diese neue körpertherapeutische Methode entwickelte. Veening schuf eine einzigartige Form der Atemtherapie, die er als „atem-psychologische Arbeit“ bezeichnete und die sich bewusst von zeitgenössischen Methoden wie Atemgymnastik abgrenzte. Seine Methode zielte darauf ab, den unwillkürlichen Atemfluss zu beeinflussen und das Bewusstsein mit dem Atemgeschehen zu vereinen, wobei psychologische Orientierung und die analytische Psychologie von C. G. Jung eine zentrale Rolle spielten. Im Gegensatz zu anderen Ansätzen betonte Veening das „Geschehenlassen“ des Atems, um im Menschen ruhende Kräfte zu wecken und eine seelische Belebung zu erreichen. Obwohl Veening kein schriftliches Werk hinterließ, umfasste seine Atemarbeit die vier Elemente Atmung, Bewegung, Ton und eine psychologische Ausrichtung, mit dem Ziel, die Entfaltung des Ichs zu fördern.
14 Ganzheitlichkeit und Wirkungsmöglichkeiten der Atemarbeit
Aus dem Buch «Atemwege – Wege zur Atemarbeit» von Leo Nauer
Der Podcast untersucht das menschliche Streben nach Ganzheit, Erfüllung und Gesundheit in einem postmodernen Kontext. Er betont, dass Krankheit als Verlust von Ganzheit empfunden wird, wobei schon frühe Philosophen die Trennung von Körper und Seele als Wurzel des Leidens erkannten. Der Text postuliert, dass die Arbeit am, mit dem und durch den Atem zur Wiederherstellung dieser Ganzheit beitragen kann, indem sie den Menschen in seinem Wesensgrund verwurzelt und ihn als Einheit von Körper, Seele und Geist anspricht. Des Weiteren wird die Wirkung der Atemarbeit auf die Aktivierung körperlicher und seelischer Selbstheilungskräfte detailliert beschrieben, wobei die physiologischen Effekte von Entspannung bis hin zur Beeinflussung des Gamma-Systems im Hirnstamm erläutert werden. Schlussendlich listet der Text die positiven Auswirkungen der Atemarbeit auf körperlicher, seelischer sowie geistiger und spiritueller Ebene auf, die zur Stärkung der Ich-Substanz und zur besseren Integration des Lebens führen.
15 Atempflege, Salutogenese und Atemarbeit
Aus dem Buch «Atemwege – Wege zur Atemarbeit» von Leo Nauer
Der Podcast beschreibt die Konzepte der Atempflege und der Salutogenese, insbesondere in ihrem Zusammenwirken. Atempflege wird dabei nicht als Therapie, sondern als eine Geisteshaltung und praktische Ausführung der täglichen Bewusstwerdung des Atems dargestellt, die dem Menschen helfen soll, seinen Platz in der Schöpfung einzunehmen und alle Seinsdimensionen zu verweben. Die Salutogenese wird als präventives medizinisches Konzept erklärt, das sich auf die Entstehung und Erhaltung von Gesundheit konzentriert, anstatt sich nur mit Krankheitsursachen zu befassen, wobei das Kohärenzgefühl nach Aaron Antonovsky als zentrale Orientierung zur Nutzung von Gesundheitsressourcen hervorgehoben wird. Die Quelle argumentiert, dass die Atempflege im Sinne der Salutogenese wirkt, indem sie unter anderem die Selbstwahrnehmung, die Selbstregulation und die Sinnerschließung fördert. Abschließend wird betont, dass die Pflege des Atems zur Heilwerdung und zur Entwicklung eines spirituellen Sinns für Lebenszusammenhänge führen kann.
16 Naturheilkunde und die Heilkraft des Atems
Aus dem Buch «Atemwege – Wege zur Atemarbeit» von Leo Nauer
Der Podcast präsentiert die Atemarbeit als einen integralen und oft unterschätzten Bestandteil der Naturheilkunde. Die Autoren argumentieren, dass der Atem der größte Heiler sei, da er die natürlichen Regulations- und Selbstheilungskräfte des Organismus anspreche, ohne fehlende Wirkstoffe zu substituieren. Historisch gesehen betrachteten Naturheilkundler den Atem als eine Grundfunktion zur Ansprache des gesamten Organismus und lehnten einen medizinisch-psychosomatischen Dualismus ab. Obwohl die Atemtherapie heute weit verbreitet ist, sei das Wissen um ihre naturheilkundlichen Wurzeln in den Hintergrund geraten. Der Text betont die ganzheitliche, philosophische Grundlage der Naturheilkunde, die den Menschen durch den Atem mit seinen schöpferischen Kräften und transzendenten Prinzipien verbindet, um ein integrales Therapiemodell zu ermöglichen.
17 Psychotherapie und die Atemtherapie
Aus dem Buch «Atemwege – Wege zur Atemarbeit» von Leo Nauer
Der Podcast bietet eine Übersicht über die Atemtherapie, indem er deren Grundlagen und ihren Vergleich zur Psychotherapie darstellt. Es wird erklärt, dass sowohl die Psychotherapie als auch die Atemtherapie Heilverfahren für psychosoziale Beschwerden sind, wobei die Atemtherapie zusätzlich präventive und meditative Elemente umfasst und in einem dialogischen Prozess stattfindet. Obwohl die Atemtherapie eigenständige Techniken besitzt, kann sie psychotherapeutische Kompetenz entwickeln, wenn vertiefende Gespräche in die Atembehandlung integriert werden. Die Quelle beschreibt Unterschiede in den theoretischen Ansätzen beider Disziplinen, da die Psychotherapie eher auf kognitiver und verbaler Ebene arbeitet, während die Atemtherapie nonverbale Innerlichkeit und körperliche Erfahrung durch den Atem erschließt. Schlussendlich wird betont, dass die Arbeit mit dem Atem ein wirksames Mittel zur Stärkung der Persönlichkeit und zur inneren Entwicklung ist, auch wenn sie nicht immer den strengen wissenschaftlichen Messkriterien der Psychotherapie folgt.
18 Übertragung und Interaktion in der Atemarbeit
Aus dem Buch «Atemwege – Wege zur Atemarbeit» von Leo Nauer
Der Podcast bietet eine eingehende Erörterung der Konzepte von Übertragung und Gegenübertragung im Kontext der Atemarbeit, basierend auf psychologischen und psychoanalytischen Modellen. Er definiert die Übertragung als das Wiederbeleben prägender emotionaler Erlebnisse und die Gegenübertragung als die Gesamtheit der Reaktionen des Therapeuten auf den Klienten. Der Text stellt fest, dass es in der Atemtherapie zwar noch keine festen theoretischen Konzepte für Übertragungsphänomene gibt, diese jedoch im Arbeitsverhältnis, das oft eher eine Lehrer-Schüler-Beziehung ist, eine wichtige Rolle spielen. Insbesondere wird die körperliche Berührung als ein wesentliches Element hervorgehoben, das intensive interpersonelle Nähe schafft und nicht-verbale Interaktionen sowie die Entstehung von Übertragungen auslöst. Abschließend betont der Artikel die Bedeutung der Wahrnehmung der eigenen Resonanzen und der Klärung der Beziehungsdynamik, um eine vertiefte Menschenkenntnis und therapeutische Kompetenz zu ermöglichen.
19 Forschung und Atemtherapie in der Atemarbeit
Aus dem Buch «Atemwege – Wege zur Atemarbeit» von Leo Nauer
Der Podcast präsentiert eine umfassende Perspektive auf die Atemarbeit, die über das rein Physiologische hinausgeht. Es wird argumentiert, dass der Atem ein dynamischer Ausdruck der Verbindung zwischen der messbaren Welt und dem undefinierbaren kosmischen Geschehen ist und als zentrales Forschungswerkzeug dient, um die schöpferischen Prinzipien des Lebens zu entschlüsseln. Die Quelle fordert eine Erweiterung des naturwissenschaftlichen Verständnisses der Atmung um psychologische und religiöse Einsichten, um ein ganzheitliches Verständnis von Körper, Seele und Geist zu ermöglichen. Angesichts mangelnder empirischer Studien und der Notwendigkeit einer Legitimation wird betont, dass die Atemarbeit eine fundierte Arbeitstheorie entwickeln muss, die sowohl systematische Datenerfassung als auch die Lehre der Phänomenologie als Grundlage nutzt. Ziel ist es, die vielfältigen Wirkweisen der Atemarbeit zu erklären und eine integrative Atemtheorie zu schaffen, die materielle, seelische, geistige und spirituelle Dimensionen einschließt.
20 Störungskonzept, Diagnostik und Indikationen der Atemarbeit
Aus dem Buch «Atemwege – Wege zur Atemarbeit» von Leo Nauer
Der Podcast behandelt das Konzept, die Diagnostik und Indikationen der Atemarbeit, wobei betont wird, dass viele Schulen diese nicht primär als Krankheitstherapie, sondern als Weg der Selbsterfahrung sehen. Daher fehlen oft explizite Störungskonzepte und empirische Belege, obwohl die positiven körperlichen und seelischen Wirkungen weithin anerkannt sind. Statt einer medizinischen Diagnose wird in der Praxis eine differenzierte Atem- und Leibbild-Diagnostik angewendet, die den Atemrhythmus und die Lebensgeschichte des Patienten erfasst, wobei der Begriff „Diagnose“ eher als „Erkenntnis“ verstanden wird. Die Atemarbeit dient der Förderung von Ressourcen und der Verbesserung der Selbstwahrnehmung bei einer breiten Palette von physischen, psychosomatischen und psychischen Beschwerden. Kontraindikationen bestehen bei akuten, unlenkbaren psychischen Krisen und bestimmten schweren körperlichen Erkrankungen bei forciertem Atmen.
21 Praxeologie der Atemarbeit
Aus dem Buch «Atemwege – Wege zur Atemarbeit» von Leo Nauer
Der Podcast bietet eine umfassende Übersicht über die Theorie und Praxis der Atemar beitsmethoden. Zunächst wird die Praxeologie als Lehre der Erfahrungsregeln definiert, welche die ethische und fachliche Grundlage für therapeutische Handlungsweisen bildet. Der Hauptteil beschreibt detailliert die vielfältigen Arbeitsformen der Atemtherapie, darunter Gruppen- und Einzelarbeit sowie spezifische Techniken wie die Arbeit am Körper, mit Bewegung, mit Spannungselementen und mit bildhaften Vorstellungen. Ein zentrales Thema ist die Bedeutung des individuellen Atemrhythmus und die gezielte Nutzung verschiedener Atembewegungsräume und Ausatemrichtungen, um körperliche und seelische Zustände positiv zu beeinflussen und die Selbstwahrnehmung zu fördern. Abschließend betont der Text die Wichtigkeit der integrativen Rolle des Gesprächs und die Notwendigkeit einer wertschätzenden, bejahenden Haltung des Anwenders für eine erfolgreiche therapeutische Begleitung.
22 Fachsprache in der Atemarbeit
Aus dem Buch «Atemwege – Wege zur Atemarbeit» von Leo Nauer
Der Podcast bietet eine umfassende terminologische Übersicht über die verschiedenen Aspekte der Atemarbeit, die als eine ganzheitliche Methode zur Förderung der inneren Entwicklung verstanden wird und physiologische, seelische sowie geistige Dimensionen des Menschen umfasst. Der Text definiert und unterscheidet zahlreiche Konzepte wie Atem und Atmung, beschreibt diverse Atemweisen und Atemformen sowie therapeutische Ansätze wie die Atemmassage und Atempsychotherapie. Darüber hinaus werden Schlüsselbegriffe wie Achtsamkeit, Empfindung, Logos und Seele in den Kontext der Atemarbeit gestellt, wobei oft spezifische Interpretationen einzelner Begründer wie Margrith Schneider oder Ilse Middendorf hervorgehoben werden, um die Vielfalt der Fachrichtungen zu verdeutlichen. Die zentrale Botschaft liegt in der Bedeutung einer klaren, einheitlichen Fachsprache, um das Wissen dieser Disziplin präzise zu vermitteln und die Selbsterkenntnis und Selbstregulierung des Menschen zu unterstützen.
23 Atem, Leben, Ganzheit – Die Quintessenz des Buches
Aus dem Buch «Atemwege – Wege zur Atemarbeit» von Leo Nauer
Dieser abschliessende Podcat bietet eine umfassende Abhandlung über die Rolle des Atems, sowohl aus physiologischer als auch aus metaphysischer und therapeutischer Sicht. Er beginnt mit der Beschreibung des Atems als verbindendes Element von Körper, Seele und Geist und erläutert dann spezifische Atemmuster wie Rhythmus, Tiefe, Misch- und Vollatmung. Ein grosser Abschnitt erforscht die historischen und spirituellen Dimensionen des Atems in verschiedenen Kulturen (Yoga, Buddhismus, Judentum, Griechische Antike) und dessen Zusammenhang mit Lebenskraft und Energie. Des Weiteren werden natürliche Ausdrucksformen des Atems (wie Weinen, Gähnen und Lachen) sowie die physikalisch-chemischen Komponenten der Atemluft (Sauerstoff, Stickstoff, Kohlenstoff) detailliert dargestellt. Abschliessend beleuchtet der Text die Entwicklung und Methodik verschiedener Atemschulen und -therapien (z.B. nach Middendorf, Veening, Schlaffhorst/Andersen), ihre Indikationen und theoretischen Grundlagen im Kontext eines ganzheitlichen Menschenbildes.
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Further chapters of the book will be published here on a regular basis.